Ein T-Shirt ist in Shopify vielleicht ein Produkt. Für einen Preisvergleich sind Blau in Größe M und Schwarz in Größe L jedoch zwei verschiedene Angebote: eigener Barcode, eigene SKU, eigener Preis und eigener Bestand. Werden diese Werte nur am Produkt gedacht oder zwischen Varianten kopiert, kann ein technisch gültiger Feed trotzdem die falsche Ausführung beschreiben.
Dieser Leitfaden zeigt, wie du Varianten als eigenständige Datensätze behandelst. Das Ziel ist kein möglichst voller Feed, sondern eine stabile Verbindung zwischen genau der Variante, die in Shopify verkauft wird, und genau dem Angebot, das bei idealo erscheinen soll.
Warum Varianten im Feed einzeln zählen
Eine Shopify-Variante ist eine konkrete Kombination von Optionen, etwa Farbe und Größe. Shopify führt zentrale Angebotsinformationen wie Preis, Vergleichspreis, Barcode, SKU, Verfügbarkeit, Bild und Optionswerte auf Variantenebene. Das ist in der offiziellen ProductVariant-Dokumentation direkt sichtbar.
Für den Export bedeutet das: Ein Produkt mit drei Farben und vier Größen kann zwölf Angebotszeilen ergeben. Jede Zeile muss in sich schlüssig sein. Die EAN muss zur konkreten Packung oder Ausführung gehören, der Preis zu dieser Variante, der Link muss sie auswählbar machen und der Bestand darf nicht versehentlich vom Gesamtprodukt übernommen werden.
Die häufigste Denkfalle ist ein sauber gepflegter Produkttitel bei unvollständigen Varianten. Im Shop funktioniert die Auswahl trotzdem, weil Kundinnen und Kunden Optionen anklicken. Ein externes System sieht dagegen nur die Werte, die jede exportierte Zeile enthält. Fehlen dort unterscheidbare Merkmale, entstehen Dubletten, falsche Zuordnungen oder Angebote, die im offenen Katalog schwer vergleichbar bleiben.
EAN, GTIN und SKU sind nicht dasselbe
Die EAN ist eine gebräuchliche Form der Global Trade Item Number, kurz GTIN. Sie identifiziert eine handelbare Einheit über Unternehmensgrenzen hinweg. Die SKU ist dagegen dein interner Bestandsschlüssel. Shopify weist ausdrücklich darauf hin, dass Barcode und SKU verschiedene Zwecke haben: Scanner lesen normalerweise das Barcode-Feld, während SKUs Lagerung, Suche, Berichte und Integrationen unterstützen. Die Shopify-Hilfe zu Produktdetails ordnet ISBN, UPC und GTIN dem Barcode-Feld zu.
Praktisch gelten drei Regeln:
- Trage eine echte EAN in Shopifys Barcode-Feld ein, nicht in das SKU-Feld.
- Vergib pro Variante eine eindeutige, dauerhafte SKU für deine internen Abläufe.
- Erfinde keine EAN für Eigenprodukte. Frage Hersteller oder Lieferant nach dem korrekten Code oder beschaffe für eigene Marken reguläre GTINs.
Eine SKU wie TSHIRT-BLK-M kann für dein Lager perfekt sein, ist aber keine EAN. Umgekehrt sollte die EAN nicht als frei veränderbare interne Artikelnummer dienen. Wenn eine Variante durch eine neue Packungsgröße oder eine andere handelbare Ausführung ersetzt wird, prüfe, ob sie auch eine andere GTIN benötigt. Eine rein redaktionelle Titeländerung ist dagegen kein Grund, Identifikatoren zu wechseln.
Welche Werte pro Variante zusammenpassen müssen
Eine EAN allein repariert keinen widersprüchlichen Datensatz. Prüfe mindestens diese Gruppe gemeinsam:
| Wert | Erwartung pro Variante | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Barcode/EAN | gehört exakt zur Ausführung | derselbe Code bei mehreren Größen |
| SKU | intern eindeutig und stabil | Kopie der übergeordneten Produkt-SKU |
| Optionen | Farbe, Größe oder Menge vollständig | „Default Title“ trotz echter Varianten |
| Preis | aktueller Verkaufspreis dieser Variante | niedrigster Produktpreis für alle Zeilen |
| Bestand | verkaufbare Menge bzw. Verfügbarkeit | Gesamtbestand über alle Varianten |
| URL | konkrete Variante erreichbar | Link öffnet immer die erste Auswahl |
| Bild | zeigt möglichst die gewählte Ausführung | schwarzes Produkt bei Option „Weiß“ |
Besonders kritisch sind Varianten, deren Preise oder Bestände voneinander abweichen. Ein Feed darf nicht den Preis von Größe S mit der EAN von Größe XL kombinieren. Auch ein identischer Titel reicht nicht: Mindestens die unterscheidenden Optionswerte sollten im exportierten Angebot nachvollziehbar sein.
Die SKU hilft dir hier als Kontrollschlüssel. Sie ist zwar kein universeller Produktidentifikator, sollte aber laut Shopifys SKU-Leitfaden für jede Variante eindeutig sein. Damit kannst du eine Feedzeile zuverlässig zur Admin-Ansicht, zum Warenbestand oder zum ERP zurückverfolgen.
So bereinigst du den Shopify-Katalog
Beginne nicht im Feed-Mapping, sondern bei den Quelldaten. Wähle zuerst eine überschaubare Produktgruppe mit echten Varianten und arbeite sie vollständig durch.
- Öffne in Shopify jede Variante und notiere Optionskombination, SKU, Barcode, Preis und Bestand.
- Suche nach leeren oder mehrfach verwendeten SKUs. Bei zwölf Kombinationen brauchst du grundsätzlich zwölf unterscheidbare SKUs.
- Vergleiche den Barcode mit Verpackung, Herstellerliste oder verlässlicher Lieferantendatei. Entferne Platzhalter wie
1234567890123. - Prüfe, ob Variantenbilder und Preise zur Auswahl passen. Achte besonders auf Aufpreise für Größe, Farbe oder Packungsmenge.
- Öffne die Produktseite mit der gewählten Variante. Preis, Bild und Warenkorbposition müssen dieselbe Ausführung zeigen.
- Wiederhole das Muster erst danach über Shopifys Bulk-Editor oder einen kontrollierten Import für den restlichen Katalog.
Arbeite in kleinen Chargen. Eine globale CSV-Korrektur ist schnell, kann aber einen Fehler ebenso schnell vervielfachen. Sichere die Exportdatei vor Massenänderungen und kontrolliere nach dem Import stichprobenartig Produkte mit einer, wenigen und vielen Varianten.
Das Mapping im Idealo Feed kontrollieren
Im Feed sollten Produkt- und Variantenfelder bewusst getrennt werden. Marke und Grundbeschreibung können vom Produkt stammen; Barcode, SKU, Optionswerte, Preis und Verfügbarkeit müssen häufig von der Variante kommen. Wenn dein Exporter Fallbacks unterstützt, dürfen sie nicht dazu führen, dass eine fehlende Varianten-EAN heimlich durch den Barcode einer anderen Ebene ersetzt wird.
Idealo beschreibt eindeutige Identifikatoren als wesentlich für die Zuordnung zum Produktkatalog. In der offiziellen Analyse zu vollständigen Produktdaten im Datenfeed werden EAN, Herstellerartikelnummer und wichtige Attribute als zentrale Signale genannt. Nicht eindeutig zuordenbare Angebote können im offenen Katalog landen oder falsch verknüpft werden.
Ein sinnvolles Mapping folgt daher dieser Reihenfolge:
- EAN aus dem Barcode der aktuellen Variante;
- interne Angebots-ID oder Artikelnummer aus einer stabilen Varianten-ID beziehungsweise eindeutigen SKU;
- Titel aus Produkttitel plus unterscheidenden Optionen;
- Preis und Bestand ausschließlich aus derselben aktuellen Variante;
- URL mit einer stabilen Variantenreferenz, sofern der Shop diese unterstützt;
- Bild der Variante, mit einem klar definierten Produktbild als Fallback.
Idealo Sync kann solche Felder aus Shopify in eine feste CSV-Feed-URL abbilden. Entscheidend bleibt aber die Quelle: Ein Mapping kann vorhandene Werte transportieren und Fallbacks definieren, aber keine echte EAN erraten.
Ein Audit, das Fehler sichtbar macht
Lade die Feed-Vorschau oder CSV-Datei und filtere zunächst nur zehn Produkte mit Varianten. Sortiere dann nach SKU und EAN. Suche gezielt nach vier Mustern: leere Werte, doppelte EANs, doppelte SKUs und Zeilen, bei denen Optionen nicht im Titel oder einem eigenen Feld erkennbar sind.
Führe für mindestens fünf Varianten einen Ende-zu-Ende-Test durch:
- Feedzeile anhand der SKU auswählen.
- EAN mit der verlässlichen Quelldatei vergleichen.
- Preis und Verfügbarkeit mit Shopify abgleichen.
- Angebots-URL öffnen und kontrollieren, welche Variante aktiv ist.
- Bild, Optionen und Warenkorb erneut vergleichen.
Prüfe außerdem Zahlen nicht nur optisch. Entfernt eine Tabellenkalkulation führende Nullen? Wurde eine lange GTIN in wissenschaftliche Schreibweise umgewandelt? Werden SKUs durch Leerzeichen oder unterschiedliche Großschreibung uneindeutig? Bewahre Identifikatoren beim CSV-Import als Text auf. So bleibt der Wert exakt, statt von Tabellenprogrammen „korrigiert“ zu werden.
Häufige Sonderfälle und sichere Entscheidungen
Bei handgefertigten oder gebrauchten Einzelstücken existiert möglicherweise keine Hersteller-GTIN. Trage dann keine erfundene Nummer ein. Dokumentiere stattdessen, welche anderen Identifikatoren und Attribute verfügbar sind, und kläre mit deinem idealo-Ansprechpartner, wie diese Kategorie verarbeitet wird.
Bundles sind ebenfalls heikel. Ein Set aus zwei einzeln barcodefähigen Produkten ist nicht automatisch eines der beiden Einzelprodukte. Nutze nicht bequem die EAN einer Komponente für das Bundle. Dasselbe gilt für Multipacks, andere Füllmengen und länderspezifische Ausführungen.
Bei Varianten ohne eigenen Preisunterschied bleibt der Preis zwar gleich, die Identität aber getrennt. Du brauchst weiterhin korrekte Optionen, Verfügbarkeit und gegebenenfalls eigene EANs. Bei digitalen oder nicht versandpflichtigen Produkten solltest du zuerst prüfen, ob die Zielkategorie und dein idealo-Vertrag diese Angebote überhaupt vorsehen.
Nach Katalogänderungen ist Stabilität wichtig. Ändere SKUs nicht für kosmetische Zwecke, wenn Lager, Bestellungen oder weitere Systeme daran hängen. Wenn du Duplikate korrigierst, führe eine Zuordnungsliste von alter zu neuer SKU und kontrolliere die nächste Feed-Aktualisierung bewusst.
Checkliste vor der nächsten Übermittlung
- Jede echte Variante besitzt eine eindeutige SKU.
- EANs stehen im Barcode-Feld und stammen aus verlässlicher Quelle.
- Keine Platzhalter-EAN wird exportiert.
- EAN, Optionen, Preis, Bestand, URL und Bild beschreiben dieselbe Ausführung.
- Der Feed verwendet Variantenwerte, wo Unterschiede möglich sind.
- Fallbacks verdecken keine fehlenden Identifikatoren.
- Doppelte und leere EANs beziehungsweise SKUs wurden geprüft.
- Mindestens fünf Feedzeilen wurden bis zur Produktseite getestet.
- Identifikatoren bleiben in CSV-Werkzeugen als Text erhalten.
- Änderungen wurden nach der nächsten automatischen Aktualisierung erneut kontrolliert.
Damit wird der Feed nicht nur formal vollständiger. Er wird überprüfbar: Jede Zeile lässt sich von idealo zurück zu genau der Shopify-Variante verfolgen, die Preis, Bestand und Identität liefert.
Quellen
- idealo: Mit gutem Datenfeed zu vollständigen Produktdaten
- Shopify Help Center: Product details
- Shopify Help Center: Using SKUs to manage inventory
- Shopify Developer: ProductVariant fields
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